4 Wochen Athen

Elena Pinci Schneider, aufgewachsen in Rom, lebt und arbeitet in Köln. Meistens. Gelegentlich arbeitet die Konzeptkünstlerin auch in Cave bei Rom, in Spanien, in Luxemburg oder in Bochum. Dort war sie zuletzt 2017 mit einer Arbeit für die erste BoBiennale vertreten.

Dorothee Schäfer, Bildhauerin, lebt in Bochum und ist seit 2015 als Residenzkünstlerin in der Friedenskirche der evangelischen Kirchengemeinde in Bochum tätig. Das eine oder andere Mal hat sie ihre Steinskulpturen nach Kattowitz und Lodz geschleppt; beim Winteratelier 2015 in Bedburg-Hau wurden die Arbeiten leichter, Tonarbeiten und Zeichnungen gewannen an Bedeutung. Nach Athen reisten „Die Desinteressierten“ mit, einen Werkreihe bestehend aus kleinen Tonplastiken. Dorothee Schäfer ist eine der Organisatorinnen der BoBiennale.

Die beiden Künstlerinnen kennen sich seit ihrer gemeinsamen Zeit an der FadBK in Essen und arbeiten immer wieder in größeren und kleineren Projekten zusammen.

Das aktuelle gemeinsame Projekt ist bzw. war ein 4- wöchiger Aufenthalt in Athen, hier im Haus Koroneos.

Dorothee:

“Uns haben ganz verschiedene Gründe hierhergeführt. Wir wollten gerne Näheres über die Spuren erfahren, die die dokumenta14 hier hinterlassen hat, wir wollten einen Blick in die aktuelle Kunstszene der Stadt werfen und Kontakte für das Programm der BoBiennale 2019 knüpfen. Der wichtigste Grund für unsere Reise ist jedoch fern von allem Bekannten, Eindrücke zu sammeln und Impulse für die eigene Arbeit zu bekommen. Um uns diesen ausführlichen Aufenthalt zu ermöglichen, haben wir der Leiterin des Hauses einen Vorschlag gemacht: Kost und Logis gegen künstlerische Arbeit im Haus.

“Wir erwarten Sie!” hieß es bei einem Anruf.

Wir haben mit den BewohnerInnen des Hauses eine sehr intensive Zeit verbracht. Wir haben nachmittags viele Stunden Gespräche mit ihnen geführt und dabei sind – ganz en passant – einige schöne Arbeiten entstanden – von den BewohnerInnen selbst und von uns durch das Beisammensein inspiriert. Am 20.7.2018 konnten wir die Arbeiten dann in einer Ausstellung präsentieren. Zu Beginn haben wir einen Film von Athena Rachel Tsangari gezeigt. Frau Tsangari ist Regisseurin, Schauspielerin und Performancekünstlerin und hat zur Eröffnung des Acropolismuseum eine wunderbare Projektion komponiert, die uns perfekt geeignet schien, die Verbindung zwischen historischer Vergangenheit und Gegenwart zu zeigen. Elena Pinci Schneider zeigte Fotografien der Handinnenflächen einiger BewohnerInnen, ebenso eine Wand von Fotoimpressionen aus ihrer Sicht der Stadt. Wir hatten Handabdrücke gesammelt, ich habe jeweils ein Detail fotografiert und die Abdrücke mit einem Bild kombiniert, das ich mit der Person jeweils verbunden habe. Es sind auch drei kleine Skulpturen und eine ganze Reihe Eulenvariationen entstanden. Bei Saft und Chips haben wir lange zusammen gesessen und uns über die Ausstellung ausgetauscht.

Außerdem bedanken wir uns bei allen MitarbeiterInnen im Hause für die freundliche Aufnahme.

Elena Pinci Schneider und Dorothee Schäfer